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Buenos Aires, Sonntag, den 12. November 2006

Pater Oscar Pezzarini
Pater Oscar Pezzarini

Das Bild Gottes

Oft wird die Frage gestellt warum gewisse Dinge auf der Welt geschehen wenn es Gott wirklich gibt, besonders wenn man so viel Ungerechtigkeit und soviel Leid sieht, wo man uns doch gelehrt hat, dass Gott die Guten die ihn lieben beschützt und liebt. Gott ist gut wenn er unsere Probleme auf sozusagen “magische” Art und Weise “löst”, und viel mächtiger, wenn er sie uns schnell löst. Der Glaube an Gott, seine Liebe, die Hoffnung auf Gott sind Dinge die ganz anders sind als das, was viele Christen sich darunter vorstellen. Christ sein heisst oftmals zu verstehen, dass Gott zulassen kann dass uns gewisse Dinge zustossen die aus menschlichem Gesichtspunkt unverständlich erscheinen, die aber in Gottes unendlicher Liebe zu uns einen tiefgründigen Sinn erhalten, der im Grunde das Beste für unser Wohl ist.

Bei vielen Gelegenheiten hört man, dass Menschen sich die Frage stellen ob es Gott wirklich gibt, und wenn es so ist, warum er nicht seine Existenz “beweist” indem er uns gewährt um was wir ihn bitten, oder indem er so verfährt wie wir wollen dass er tut.

Oft wird die Frage gestellt warum gewisse Dinge auf der Welt geschehen wenn es Gott wirklich gibt, besonders wenn man so viel Ungerechtigkeit und soviel Leid sieht, wo man uns doch gelehrt hat, dass Gott die Guten die ihn lieben beschützt und liebt.

Denn vielmals geht alles so vor als ob Gott gegen die Bitten der Menschen taub wäre.

Meines Erachtens ist folgende eine der Fragen die wir als Ausgangspunkt stellen müssen: Was für ein Bild Gottes haben wir? Was haben wir über Gott und Religion gelernt oder was hat man uns darüber gelehrt?

In vielen Gegenbeiten stossen wir auf eine Art Christentum das im Grunde eine ein wenig selbstsüchtige Weise von Religiosität darstellt, wenn wir sie auch als “fromm” ansehen.

Warum ich dies sage: Weil wir es vielleicht beim Bild Gottes belassen, in dem er gut und allmächtig ist solange er und gibt was wir begehren.

Gott ist gut wenn er unsere Probleme auf sozusagen “magische” Art und Weise “löst”, und viel mächtiger, wenn er sie uns schnell löst.

Gott ist gut und es gibt ihn wirklich, wenn er uns “sofort” alles gewährt um das wir ihn bitten, wenn er es sogar nach einmaligem Gebet oder Bitte tut.

Mit Gott kann man aber nicht “verhandeln”, er ist nicht jemand dem man “sounsoviel gibt” damit er uns wiederum “soundsoviel zurückgibt”, denn wenn das so wäre, dann wäre Gott nicht “unumschränkt”, der, der “alles kann”, der uns “kostenlos” und aus reiner Gnade viel mehr gewährt als wir verdienen oder dessen wir würdig sind.

Es stimmt, dass Gott uns nicht alles gewährt um was wir ihn bitten, aber in Wirklichkeit gewährt er uns alles was uns gut tut und zu unserem Wohl gereicht, wir müssten verstehen, dass das “grosse Gebet” nicht dasjenige ist, das erwirkt, dass “Gott tut was ich möchte”, sondern etwa das, wodurch “ich erreiche jenes zu wollen was Gott will”.

Der Glaube an Gott, seine Liebe, die Hoffnung auf Gott sind Dinge die ganz anders sind als das, was viele Christen sich darunter vorstellen. Christ sein heisst oftmals zu verstehen, dass Gott zulassen kann dass uns gewisse Dinge zustossen die aus menschlichem Gesichtspunkt unverständlich erscheinen, die aber in Gottes unendlicher Liebe zu uns einen tiefgründigen Sinn erhalten, der im Grunde das Beste für unser Wohl ist.

Deshalb glaube ich, dass wir das “Bild” das wir von Gott haben mögen, in der Frage zusammenstellen können ob wir “Gott wirklich lieben”, ob wir ihn als Höchste Macht die immer an uns und an unser Wohl denkt lieben, oder ob wir es bei einem Gott belassen den wir irgendwie zu unseren Gunsten “nutzen” können.

Pater Oscar Pezzarini
Ordensprovinzial des Werks von Don Orione in Argentinien, Paraguay, Uruguay und Mexiko

 

Pater Oscar Pezzarini ladet uns zusammen mit Pater Leonardo Abregú Samstags von 8 bis 12 Uhr morgens (GMT-03:00) in dem von ihm geleiteten Programm "VENTANA A LA VIDA" auf RADIO PROVIDENCIA, 90.3 MHz zur Überlegung ein. Es wirken Einwohner des Cottolengos in Claypole mit (Raúl Romero, María Laura Andrada, Alberto Zoroch, Américo Torres), Produzent ist Roberto Beluzzo und die technische Leitung hat Ignacio Cavalli. Die FM PROVIDENCIA Sendung kann auch direkt hier abgerufen werden.

Pequeño Cottolengo Don Orione
 0800-333-6746 in Argentinien oder +54 (11) 4268-7722 vom Ausland aus.

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